Wilfried Rogge


Küchenmeister Wilfried Rogge ist 1946 in der Nähe von Stendal geboren und hat dort eine Fleischerlehre abgeschlossen. In dieser Zeit entdeckte er seine Leidenschaft für das Kochen und ging als Beikoch in den "Weißen Hirsch" nach Treseburg. Um seiner beruflichen Neigung mit dem Gehilfenbrief auch den erforderlichen formalen Unterbau zu geben, nahm er nach Feierabend an einer 2 jährigen Umschulungsmaßnahme zum Beruf Koch teil. Sobald die Voraussetzungen gegeben waren, besuchte er ebenfalls neben seiner Berufstätigkeit in der Harzer Gastronomie die Meisterschule und schloß diese mit dem Titel "Küchenmeister" ab. Vorsitzender der Prüfungskommission war damals Küchenmeister Hans Steinhoff, der jetzige Brockenwirt.

Gern hätte Wilfried Rogge seinen beruflichen Horizont auch durch Auslandstätigkeit erweitert, aber das war zu DDR-Zeiten ja nicht möglich. So bildete er sich im Inland weiter fort, indem er in Häusern der Preisstufe 1 bis zur Preisstufe S arbeitete, das reichte von der einfachen Dorfgaststätte bis zum Interhotel mit Westkontakten. Seine Stasiakte, die er gerade in der letzten Wochen einsah, zeigte, daß der Staat ihm ein besonderes Interesse widmete, vielleicht, weil man einen solch guten Fachmann nicht abwerben lassen wollte.

Nach seinen Wanderjahren übernahm Wilfried Rogge für 9 Jahre die Position des Küchenleiters im Ferienheim des Elektromotorenwerkes Wernigerode (ELMO) in Altenbrak. Hier hatte er etwa 100 Personen zu verpflegen. Im Rahmen seines beruflichen Werdeganges hatte er gelernt, leckere Menüs zu erstellen, auch wenn er damals seine Küchenrohstoffe nicht aus dem Vollen schöpfen konnte. Viele seiner Gäste aus jener Zeit erinnern sich noch gern an ihn und seine Kochkunst. Nach der Wende wurde das Haus von einer gewerkschaftlichen Bildungseinrichtung übernommen und Wilfried Rogge blieb noch für etwa 3 Jahre hier Küchenleiter.

Ein attraktives Angebot des Bildungszentrums für das Gaststätten- und Hotelgewerbe in Quedlinburg mochte er einfach nicht ausschlagen, und so hat der Küchenmeister die Möglichkeit, seine umfassenden Kenntnisse der gutbürgerlichen bis anspruchsvollen Küche an den Berufsnachwuchs weiterzugeben. Vor der Wiedervereinigung standen nur die saisonalen Produkte der Region zur Verfügung. Die damalige Not erweist sich heute als Tugend und Wilfried Rogge, der seinen Stil beibehalten hat, liegt damit voll im Trend der neuen Deutschen Küche: Frische Erbeeren und Spargel zum Weihnachtsmenü sind nicht seine Sache.

Seine Harzer Lieblingsrezepte sind: Thaler Kartoffelsuppe mit Steinpilzen, Bodetaler Flugentenbrust und Blankenburger Waldbeerensoße.