Februar 2017

Neujahrversammlung am 26.Februar 2017





Mondphasenholz für das Gotteshaus

Zum Jahresauftakt gehen die Harzer Köche in die Clausthaler Marktkirche

 

Clausthal-Zellerfeld. Zum Jahresauftakt bei der Vereinigung Harzer Köche lässt sich Vorsitzender Michael Klutt gern etwas besonderes einfallen. Diesmal waren es ein Besuch im Clausthal-Zellerfelder Café Biehl und eine Besichtigung der Marktkirche.

 

„Der Vorstand hat kürzlich über ein Jahresprogramm gesprochen“, sagte Klutt. Darin enthalten seien monatliche Zusammenkünfte und möglicherweise eine gemeinsame Freizeit-Fahrt. Zur Jahreshauptversammlung wird am Montag, 27. März, in die EC-Begegnungsstätte an der Altenauer Schwefelquelle eingeladen.

 

Als Kirchenführerin fungierte Dorothee Austen vom Kirchenvorstand mit viel Fachwissen und einer Portion Leichtigkeit in ihren Erläuterungen. Das im Stil des Barock aus Eichen- und Fichtenholz erbaute Gotteshaus besticht schon von außen durch seine Größe. Das Gebäude bietet 1200 Besuchern Platz und verfügt über einen 30 Meter hohen Glockenturm. 2013 wurde es in seiner ursprünglichen Farbe Blau gestrichen.

 

Mitten auf ihren Marktplatz setzten die Stadt und die Bergbehörde 1610/11 ihre neue Kirche, die allerdings 1634 dem großen Brand zum Opfer fiel. Es dauerte bis 1642, bis eine neue Kirche eingeweiht werden konnte. Weil Holz schnell und in großer Menge zur Verfügung stand, entschied man sich damals für diesen Baustoff. „Mit Holz konnten die Bauleute gut umgehen“, sagte Dorothee Austen.

 

Zu den ungewöhnlichen Geschichtsdaten des Hauses gehört die Tatsache, dass sich hochgestellte Bergbeamte hier beisetzen ließen. In der Kirche waren ursprünglich zahlreiche hohe Amtsträger beigesetzt worden, an die im Mittelschiff verlegte Grabplatten erinnerten. Als 1780 auch in diesem Bereich Sitzplätze geschaffen werden sollten, wurden einige der Grabplatten hinter den Altar verlegt. Davon sind heute noch mehrere vorhanden, unter anderem von Oberbergmeistern und Pochschreibern.

 

Von 2001 bis 2013 standen umfassende Renovierungsmaßnahmen an der Marktkirche an. Da dieses Gotteshaus einst mit so genanntem „Mondphasenholz“ gebaut wurde, mussten nun auch 50 „Mondfichten“ in den Harzer Wäldern gefällt werden. Die niedersächsischen Landesforsten zeigten sich großzügig und spendeten diese Bäume.